Viele Ehrungen bei der Jahreshauptversammlung in der Wasserwacht Waging

Rainer Baumgartner 50 Jahre aktiv – zwei Lebensrettungen bekannt geworden

In der Jahresauptversammlung der Wasserwacht Waging (hierüber wurde bereits berichtet) hatten die beiden Vorstände Marco Haberstetter und Thomas Hiederer eine Menge Ehrungen zu verleihen. Darunter auch einige mit Seltenheitswert.

So halten zum Beispiel mit Klaus Hammer und Hans Schneider zwei Mitglieder seit 60 Jahren der Wasserwacht die Treue. Zunächst als aktive Rettungsschwimmer, Klaus Hammer war zusätzlich als Bootsführer tätig, traten sie später in die passive Mitgliedschaft ein. 50 Jahre sind Irene Bleibinger, Hans Loipfinger und Herbert Häusl dabei. Die ersten beiden Rettungsschwimmer, Herbert Häusl zusätzlich Bootsführer. Acht passive Mitglieder konnten Urkunden für 40 Jahre, sieben für 30 Jahre, 16 für 20 Jahre und eines für 10 Jahre entgegennehmen. Im Bereich der Aktiven waren drei mit 30 Jahren, zwei mit 25 und 11 mit 20 Jahren zu ehren. Namentlich sind die Geehrten im separaten Kasten aufgeführt.

Ein markantes und seltenes Jubiläum zugleich beging Rainer Baumgartner, in „Fachkreisen“, wie es Marco Haberstetter nannte, besser bekannt als „Bambi“. Sage und schreibe 50 Jahre befindet er sich nun im aktiven Dienst der Ortsgruppe. Fast ausschließlich am Strandbad Seeteufel ist er heute zu finden und wird nach eigenen Worten „weitermachen, solange es ihm Spaß macht und es ihm die Gesundheit erlaubt“. Das Treiben am Seeteufel sei eher beschaulich und ab und zu jemanden mit einem Pflasterl zu versorgen, sei schließlich keine Affäre.

Mit zwölf Jahren absolvierte Baumgartner den damaligen Grundschein (heute Rettungsschwimmerabzeichen in Bronze) und trat gleichzeitig in den aktiven Dienst der Wasserwacht ein. Es folgte das silberne Abzeichen und damit waren auch die Voraussetzungen für seinen Bootsführerschein und den Ausbilder Rettungsschwimmen geschaffen. Als Lehrkraft für Erste Hilfe war Baumgartner auch im Rahmen der Volkshochschule Waging engagiert. So Mancher verdankt ihm den für den Führerscheinerwerb erforderlichen Nachweis. Damit und mit Vorträgen in der Waginger Schule konnte er zum einen immer neue Rettungsschwimmer werben und erzielte gleichzeitig einen nicht zu unterschätzenden Reklameeffekt für die Wasserwacht und das BRK. „Ganz nebenbei“ erfüllte er streckenweise auch Führungsaufgaben als Technischer Leiter und als stellvertretender Ortsgruppenleiter. Sein Leben gehörte und gehört also zu einem großen Anteil dem Dienst am Nächsten an.

Quasi „undercover“ liefen zwei Lebensrettungen Waginger Wasserwachtler ab. Die beiden Retter hatten bescheiden nichts verlauten lassen und erst bei der Hauptversammlung traten ihre Aktionen durch die Meldung Dritter zu Tage. Zwar trugen sich beide Vorfälle an fremden Gewässern zu, aber Notfälle kennen eben weder Zeit noch Ort.

Bei einem seiner regelmäßigen Badeaufenthalte am Seehauser See, der sei irgendwie gemütlicher, bemerk-te Hans Loipfinger, das geehrte 50jährige Mitglied der Ortsgruppe, einen um sich schlagenden jungen Mann. Dieser hatte sich in einem Feld mit Wasserpflanzen verfangen und tat in seiner Hektik und seiner Todesangst mit dem wild um sich Schlagen genau das Falsche. Loipfinger und ein anderer Schwimmer konnten mit vereinten Kräften den Mann aus einer misslichen Lage befreien und an Land bringen. Der Gerettete besuchte später Loipfinger zuhause und erklärte, er hätte sich nicht mehr allein aus den Pflanzen retten, habe keine klaren Gedanken mehr fassen können. Loipfinger wurde von der Polizeiinspektion Laufen geehrt und hatte auch eine Einladung zu einer ministerialen Belobigung in München. Diese aber lehnte er ab. „Do häd i mit Anzug und Schlips odredn miaßn. Des mog i ned.“

Genauso unter der Decke gehalten wurde der Einsatz des Rettungsschwimmers Hans Helminger. Er hielt sich im Schwimmbad des oberösterreichischen Wels auf und war bereits zur Heimfahrt wieder angekleidet, als er im Becken des Sprungturms ebenfalls einen jungen Mann beobachtete, der, Kopf unter Wasser, mit den Armen ruderte. Helminger sprang ins Wasser und holte den Ertrinkenden – ein Nichtschwimmer, wie sich herausstellte – aus dem Becken. Die mahnenden Worte, sich als Nichtschwimmer nicht in tiefe Gewässer zu wagen und sich schon gar nicht unter einem Sprungturm zu tummeln, verhallten nicht ungehört, aber unverstanden. Denn der Gerettete war nicht nur des Schwimmens unkundig, sondern als Emigrant auch der deutschen Sprache nicht mächtig.Eigentlich sind für die Anlage drei hauptamtliche Schwimmaufsichten zuständig, aber von diesen war keiner in Sichtweite. Helminger ging, in nasser Montur, erst auf die Suche und berichtete dann einem der Bademeister von dem Vorkommnis. Einmal Wasserwacht-ler, immer und überall Wasserwachtler.

Namen der Geehrten:

Aktiv

50 Jahre

Rainer Baumgartner;

30 Jahre

Anton Groschak; Thomas Hiederer; Wolfgang Herzig;;

25 Jahre

Sonja Metzger; Manuela Ostermann ;

20 Jahre

Tobias Häusl; Sebastian Kamml; Matthias Loipfinger; Janis Perschl; Benjamin Rohrer; Alexander Ruschak; Simon Wildner; Alexander Witzleben; Andreas Witzleben; Nora Schramke; Thomas Huber;

Passiv

60 Jahre

Klaus Hammer; Hans Schneider;

50 Jahre

Herbert Häusl; Johannes Loipfinger; Irene Bleibinger;

40 Jahre

Klaus Huber; Michael Lamminger; Peter Paul Baumgartner; Martin Perschl; Georg Fleischer, Albert Obpacher; Rudolf Aigner; Robert Geierstanger;

30 Jahre

Michael Heim; Elfriede Seidl-Kaspar; Inge Vitzthum; Markus Heim; Gisela Kropp; Eva Kropp; Alexandra Mertens;

20 Jahre

Sabine Schmid; Steffi Huber; Hansi Huber; Simone Hirschhalmer; Michaele Fuchs; Christine Praxenthaler; Kristina Reinmiedl; TobiasKronbichler; Michael Kronbichler; Franz Eder; Sebastian Rohrer; Michael Baumgart; Christian Hammann; Bastian Maier; Michael Perschl;

10 Jahre

Sandra Pirchner;